Erwin Pelzig

„Was ist der Pelzig eigentlich für einer?“ Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen und nach vielen Jahren mit Erwin Pelzig kann ich ausgerechnet diese Frage immer noch nicht klar beantworten. Pelzig hat sich im Laufe der Jahre entwickelt – wie vermutlich die meisten von uns. Einer seiner wichtigsten Charakterzüge aber dürfte sein, dass er es gut meint mit der Welt. Das ist vielleicht auch sein Problem, denn wie Gottfried Benn meinte: „Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse sondern gut gemeint“. Ganz sicher aber ist Pelzig ein Menschenfreund, auch wenn diese Freundschaft nicht von allen Menschen immer nur erwidert wird. Das spürt Pelzig auch und genau das macht ihn öfters einsam, was ihn dann wieder dazu treibt, wengistens die Welt retten zu wollen, damit man ihn „a weng lieb hat“.

Gewiss ist der Pelzig keiner, neben dem man während einer 14tägigen Busreise sitzen möchte, jedenfalls nicht andauernd. Aber im Bus sollte er schon sitzen, denn jede Busreisegruppe braucht einen, der sich was traut und mault, wenn der Fahrer die Bustoiletten aus blanker Faulheit nicht öffnen mag. In so einem Fall schlägt Pelzigs Stunde, dessen Herz für die Schwachen schlägt oder – im eben beschriebenen konkreten Falle - für die schwachen Blasen.

Wobei ihn die Lösung des Problems unbenutzbarer Bustoiletten schon längst nicht mehr befriedigt. Seine Gedanken. schweifen sehr weit in die Welt hinein mit Gedanken, „die sich im Gebüsch zerbröseln“, so ein Kritiker. Und so hat er sich das Stören zur Aufgabe gemacht, auf etwa Aktionärsversammlungen oder auf Wahlveranstaltungen. Und wenn sich die Globalisierungsgegner gerade in Genua treffen, wo Pelzig eigentlich nur zelten wollte, dann ist er einer, der seine Zeltstangen durchaus jenseits aller Campingfreuden einzusetzen bereit ist.

Wir können uns darauf verlassen: Pelzig ist, egal wo, anwesend. Dabei weiß niemand, was er tagtäglich treibt, womit er sein Geld verdient und wo er die viele Zeit hernimmt, immer und überall aufzutauchen und dem Schicksal in die Suppe zu spucken. Dies soll auch weiterhin sein Geheimnis bleiben neben der anderen großen Frage: Was befindet sich eigentlich in seinem Herrenhandtäschchen?

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